• Posts & Links
  • Studie belegt, wie visuelle Reize Lesetempo und Textverständnis unterstützen

Studie belegt, wie visuelle Reize Lesetempo und Textverständnis unterstützen

von Sonja Schiller (Kommentare: 0)

Eine Studie der Universität Bielefeld zeigt sehr deutlich, welche wichtige Rolle feine visuelle Signale für das Verständnis von abstrakten sprachlichen Konzepten spielen. Durch die visuellen Impulse, die wir im Zusammenhang mit Textbotschaften bieten, lassen sich Lesetempo und Textverständnis beschleunigen. Dies wurde per Eye-Tracking (Messung der Blickbewegungen) nachgewiesen.

Die Erkenntnis aus dieser Studie ist sowohl für das Lernen generell sehr bedeutsam. Aber auch für die Webseitengestaltung lässt sich daraus ableiten, dass mit einer fein aufeinander abgestimmten Bild-Text-Komposition das Lesetempo und Textverständnis erheblich unterstützt werden. Gerade bei AdWords-Landingpages oder generell bei Landingpages, auf die digitale Werbemittel verweisen, ist die Text-Bild-Kombination ein wirtschaftlich wichtiger Conversion-Hebel.

 

Eine leicht verständliche Zusammenfassung der Studie finden Sie unter www.lehrer-online.de (hier ein Auszug):

Studie: Wie Spielkarten das Lesetempo beeinflussen
Eine Studie der Universität Bielefeld belegt, wie visuelle Reize auf Sprachverarbeitung wirken. Die Studie ist im Fachmagazin "Cognition" veröffentlicht.

Angenommen, ein Ehemann blickt morgens im Bad auf die Zahnputzbecher, während er über die Beziehung zu seiner Frau nachdenkt: Stehen diese eng beieinander, kommt ihm die Beziehung innig vor. Ist der Abstand groß, fühlt er eine innere Distanz. Eine abwegige Unterstellung? Keineswegs: Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler der Universität Bielefeld haben gezeigt, dass der Abstand zwischen Gegenständen sich darauf auswirken kann, wie Menschen über abstrakte Zusammenhänge und Ideen nachdenken - auch dann, wenn diese nichts mit den Gegenständen zu tun haben.
 
Die Studie
Das Gesehene und der Einfluss auf das Sprachverständnis
Junior-Professorin Dr. Pia Knoeferle und ihre Forschungsgruppe befassen sich mit der Frage, wie Menschen Sprache im Kopf verarbeiten und wie visuelle Reize auf diese Sprachverarbeitung wirken. Die Annahme hinter der Studie: Das, was Menschen sehen, hat auch dann Einfluss auf ihr Sprachverständnis, wenn es um abstrakte sprachliche Ideen geht und sogar dann, wenn das Gesehene mit diesen Konzepten nichts zu tun hat. In einem Experiment mit insgesamt 32 Versuchspersonen hat Knoeferles Mitarbeiter Dr. Ernesto Guerra geprüft, ob diese Annahme zutrifft. Ein Bildschirm zeigte den Personen Spielkarten. Diese Karten bewegten sich entweder aufeinander zu oder entfernten sich voneinander. Damit wurde räumliche Entfernung von Gegenständen dargestellt.

Lesegeschwindigkeit per Eyetracking gemessen
Nachdem eine Versuchsperson sich die Karten angeschaut hatte, wurde ein Satz eingeblendet. Der Satz stand in keiner Verbindung zu den Karten. Er drückte entweder einen Zusammenhang oder einen Widerspruch zwischen abstrakten Begriffen aus. [...] Nun registrierten die Forscherinnen und Forscher, wie schnell die Personen den Satz verstehen. Sie gehen davon aus, dass das Verständnis mit der Lesegeschwindigkeit einhergeht. Per Eyetracking stellten sie daher fest, wie schnell die Personen den Satz lesen. Die Eyetracking-Technik misst Blickbewegungen mit einer speziellen Kamera. [...]

 

Die 17-seitige Originalveröffentlichung (in Englisch) im Fachmagazin "Cognition" können Sie unter www.sciencedirect.com (kostenpflichtig) herunterladen.

Conversion-Boosting-Tipp: Eyetracking für Webseiten und Landingpages

Mit einer simulierten Eyetracking-Analyse Ihrer Webseite oder Landingpage erkennen Sie auf Anhieb, wie hirnfreundlich die jeweilige Seite ist und wo genau die Stellschrauben für die Usability-Optimierung sind.

Zurück

Einen Kommentar schreiben